Eigentlich hatte ich mich auf einen schönen Sonnenaufgang gefreut, direkt vor mir am Meer, aber es ist so bewölkt, dass einfach nix kam 🤷♀️ Dafür setzte sich der Geier auf unsere Stellplatz eigene riesen Kaktee. Ach ja, ist ja erster Advent… halt unsere Reisekerze 😅 Zoco machte erst seine Morgenrunde und legte sich eigentlich schon wieder hin, als er plötzlich aufspringt und vor unsere Sprinter sprintet. Huch was da los? Kurzer Blick in die Richtung, ein Hund, dicker junger Labrador. Und dann ging die Lauferei und spielen richtig los 🤗. Ich greife ja selten an, aber nach gut 30 Minuten hab ich Zoco weggesperrt. Der ist so viel gerannt und brauchte dringend ne Pause. Galgos sind anfällig für die sogenannte „Galgosperre“, die Auftritt, wenn sie sich überlasten. Kein Spaß und wen es interessiert, googlet das einfach mal. Da wir heute einen „chilligen“ machen, bietet sich mal an, meine ersten Eindrücke von der Baja California zu schildern: Vorweg, als Vorbereitung für die Reise, haben wir bestimmt hunderte Videos angesehen, von Panamericana Reisenden. Mir ist kein einziger Panam Reisender bekannt, der nicht auch auf der Baja California war. Es gilt als Kult, als Traum und alle Reisenden, egal ob von Nord nach Süd oder umgekehrt, nutzen die Baja zum entspannen und in allen Videos wird diese Halbinsel regelrecht „verherrlicht“. Das hat auch in mir, extrem hohe Erwartungen geschürt. Übrigens nicht nur bei mir, auch Vossi, der ähnlich viel YouTube im Vorfeld gesehen hat, geht es so. Jetzt ist es nicht so, dass wir uns unwohl fühlen, sind hier aber auf Dinge gestoßen, die Niemand vorher mal erwähnt hat und uns gerade etwas überraschen. Da wären die Straßen. Eigentlich gibt es nur die Mex 1 und die Mex 5. Gerechnet hatte ich damit, die Insel umrunden zu können und zwischendurch mal Zickzack durchs Landesinnere. Weit gefehlt. Es gibt riesige (Küsten)Abschnitte, die gar nicht, bzw, schlecht erschlossen sind. Wo maximal kleine holprige Feldwege langgehen, die man mit maximal 15 Km/h befahren kann. Unseren Platz erreicht man auch nur nach 10 Kilometer Schotterstraße, die sogar am Anfang zum nächst größeren Dorf ausgeschildert ist ➡️ 127 Kilometer. Ihr könnt jetzt alle selbst ausrechnen, wie lange wir dafür bräuchten 🙈 kommt also, erst recht mit unserem Radlager, nicht in Frage. Dann einkaufen, Supermärkte sind hier eher kleine Emma Läden, gar nicht schlimm, mag ich sehr. Allerdings gibt es meistens einfach keine Preisschilder. Das finde ich schwierig, zumindest bei einigen Artikeln. Grundsätzlich ist es eh deutlich teurer, als wir im Vorfeld dachten. Es gibt wenige einheimische Produkte, die vielleicht etwas günstiger sind, aber insgesamt liegen die Kosten ähnlich wie in den USA. Was im Umkehrschluss aber auch heißt, essen gehen lohnt sich. Bei zwei Gerichten inkl. einem Getränk, liegt man so bei 600 Pesos, also rund 30 €. Kommt man an einem Bäcker vorbei, kann man mit einem einfachen Käsebaguette (weißer mexikanischer Käse innen, außen Brioche artig) und nen Muffin gut satt werden. Kostenpunkt 60 Pesos, also 3 Euro pro Person. Die Campingplätze bieten wenig, sind dafür oft sehr teuer. Zum Vergleich, in den USA haben wir 20-40 Dollar bezahlt. Im Schnitt eher 25. Dafür gibt es dann auch vernünftige Toiletten und heiße Duschen. Hier wurden zwischen 35-45 Dollar ausgerufen, mit verschmutzen Toiletten, kalten Duschen oder beides nicht mal vorhanden, zumindest rund um San Felipe. Wir haben in La Poma 20 Dollar bezahlt, für saubere Toiletten und wenn man Glück hatte, gab es auch ne warme Dusche. Der letzte Platz in Bahía de los Ángeles, war ein bisschen teurer, dafür total verdreckt, und über die sanitären Anlagen sprechen wir nicht. Die Strände hier sind wirklich schön, allerdings auch sehr steinig und die Bilder die wir bisher gesehen hatten auf YouTube, waren Karibik artige Buchten. Gut, wir sind noch im Norden der Baja. Der große Hype findet allerdings im Süden der Halbinsel statt. Lassen wir uns also überraschen, was da auf uns wartet. Grundsätzlich geht es uns hier traumhaft gut, das muss auch gesagt werden. Ach ja, eines noch, wer mit der Außenwelt verbunden bleiben möchte, benötigt definitiv Starlink! Telefon, geschweige Internet, ist auf unserer bisherigen Strecke, fast ausschließlich in Ortschaften vorhanden, wenn überhaupt. Auch davon hatte ich vorher nichts gehört 😅, bin aber umso glücklicher, dass wir uns schon sehr früh für Starlink entschieden haben. Apropos, wir haben zum Glück immer noch den deutschen (europäischen) Tarif, der eigentlich nur drei Monate gültig ist. Denn wir früher, als Starlink hier noch billig war, ist es nicht mehr. Hier kostet es monatlich mittlerweile 89 Euro (bei einem Durchschnittlichen Einkommen von 750,- € 🙈 und der Infrastruktur, tun mir die Mexikaner wirklich leid… Bis morgen!

