Ob die ungeplante Verlängerung gut war? Tja, das kann man von unterschiedlichen Seiten sehen. Grundsätzlich haben wir Zeit und ich bin leider jemand, der leicht in Panik gerät, wenn ein paar einfache Dinge an einem Tag anstehen. Das ist mit Sicherheit für die meisten von euch gar nicht nachvollziehbar, aber als ich Sonntag Abend daran gedacht habe, was wir noch „alles“ machen wollen, vor der Abfahrt, geriet ich in Panik. Da wären noch mal duschen, den Camper reinigen, einige Dinge aus den Untiefen des Campers nach oben befördern, die Markise abbauen, meine Finger.-und Fußnägel und überhaupt. Es war schön dort und tolles Wetter, damit auch entsprechend warm und wir müssen einkaufen. Also neuer Plan. Wir machen Montag alles in Ruhe, bereiten uns vor und fahren erst Dienstag früh und dann gleich einkaufen, so dass Zoco im Sprinter nicht „abkochen“ muss. Gesagt, getan, bin auch recht früh ins Bett, schlecht geschlafen, weil die Nacht nicht abkühlte, froh, um 5.00 Uhr aufstehen zu können und dann passiert es… meine Krabbelei über Thomas kennt ihr mittlerweile von den vorherigen Berichten. Eine Armbanduhr trage ich seit Jahren nicht mehr, dafür liegt mein Handy neben mir, beim schlafen. Das hab ich dann in der Hand, während des Aufstehens und leg es vorne auf die Kante des Bettes, um meinen Körper über Thomas zu schwingen. Theoretisch würde man es auf die Küchenzeile legen, das geht aber nicht, weil unser Licht da drüber dann wie eine Discokugel anfängt zu leuchten. Chinaschrott… Beim drüber „schwingen“ muss ich wohl eine Hand etwas zu lax baumeln gelassen haben, jedenfalls hat diese dann das Handy, zwischen Bett und Küche, in eine winzige Spalte katapultiert 😭. Scheiße! Na gut, einen Aufriss morgens um 5, wollte ich weder mir noch Thomas zumuten. Also erstmal Kaffee und das IPad genommen. Das kann mir aber nicht so viel verraten, wie mein Handy, also um 6 wieder rein und dank der Hitze, war auch Thomas fast wach 🙈😇. Jetzt ging die Aktion erst richtig los. Schimpfender Thomas, halb wach, mit Hilfe von Fliegenklatsche, zwei Teleskopstativen, unserer geschnitzten Arbeitsplatze beim Outdoorkochen und einer Taschenlampe, hat es nach einer guten Stunde geklappt, das Handy wieder zu befreien. Was ein Glück. Ich musste nur eine Absperrung abschrauben, hatte mich schon dabei gesehen, den halben Sprinter auseinander zu schrauben. Den Bauplan hab ich ja noch im Kopf, wäre aber sehr aufwendig geworden. Um 8.30 Uhr hatten wir alles reisefertig. Perfekt, ab in den Walmart, einkaufen und dann Richtung Chicago. Das ist zwar der Rest der Route66, der findet aber eigentlich nur noch auf der Autobahn statt und wir haben darauf verzichtet, noch spezielle Ziele anzusteuern. Denn nach der Hitze kommt…. der Sturm, und was für einer. Tanken war schon eine Sache für sich, man musste schließlich irgendwie aus der Tür raus, schlimmer war aber, dass unser USA Aufkleber sich zweimal von der Motorhaube löste🙈. Ich hab keinen Ersatz, also anhalten und fest drücken, danach haben wir ihn reingeholt, mal gucken, ob wir ihn retten können. Wir hatten uns ja gegen Chicago entschieden, da der einzige Platz für unseren Sprinter außerhalb war, auf einem Betonparkplatz ohne Schatten. Bei den Temperaturen mit Zoco, nicht machbar. Für uns nicht so schlimm, ihr wisst ja, wir haben es nicht so mit Städten, obwohl ich mir die Flussfahrten gerne genehmigt hätte. Also weiter, wir hatten im Indiana Dunes State Park einen Stellplatz ergattert. Der letzte für ein Wohnmobil. Eigentlich sind wir so klein, dass wir auch auf einem Zeltplatz einen Platz finden würden, aber ob es akzeptiert wird, keine Ahnung! Wir sind generell erstaunt, wie voll es hier ist, mitten in der Woche, aber für zwei Tage ok. Das erste Mal, das wir nicht nur für einen Campingplatz was bezahlen müssen, auch Eintritt wird hier verlangt. Ist auch tatsächlich schön alles gemacht. Einzig, die sanitären Anlagen lassen mal wieder zu wünschen übrig, gut das wir unsere Toilette an Bord haben und eins hat mich Mega traurig gemacht. Wir sind hier am Lake Michigan. Der hat einen wunderschönen Strand. Während Zoco am Platz noch erlaubt ist, darf er hier leider nicht an den See, nicht mal mit Leine… Ich hoffe, das ändert sich, im Laufe der geplanten Strecke, denn den Lake Michigan wollen wir einmal umrunden. Schauen wir mal… bis morgen!


