Ist es das Wetter oder warum fühlt man sich an manchen Orten nicht wohl und an anderen, wie im Paradies? Das ist eine wirklich ernst gemeinte Frage, die ich mir gerade stelle. Eigentlich war alles ganz hübsch beim letzten Stellplatz. Ja, es wird etwas teurer, je nördlicher wir kommen. Der State Park Campground lag bei 30 Dollar die Nacht, allerdings plus 12 Dollar Eintritt in den Park. Wenn man länger bleibt und rein und rausfahren möchte, würde der Eintritt jedes Mal kassiert werden, es sei denn, man kauft sich eine Jahreskarte (45,00 Dollar). Dafür gibt es Strom, den wir nicht brauchen, einen Platz mit Sitzgelegenheit und Feuerstelle und die sanitären Anlagen, die für empfindliche Gemüter wie mich, nicht zu gebrauchen sind. Der Park an sich war gut gepflegt und auffallend teuer in seiner Ausstattung, wie Stege, die mit Edelstahl Handgriffen eingefasst sind, die liebevollen Hinweisschilder usw. Es herrscht striktes Alkoholverbot, die Hinweisschilder machen es mehr als deutlich und der Platz ist zwar hundefreundlich, aber an den Strand darf er nicht mit. Gut, soweit akzeptiert, wobei wir froh waren, einen Regentag erwischt zu haben, denn unser Essen ohne Wein, sorry, geht doch gar nicht 😅. So haben wir alles im Sprinter zubereitet und dort auch genossen, natürlich inkl. Wein 😅. Ja, andere Länder andere Sitten und es waren auch hauptsächlich Familien mit Kindern unterwegs. Genau hier will der Ami ja vorbeugen, Alkohol soll einfach nicht sichtbar sein. Verständlich! Früh eingeschlafen, waren wir auch entsprechend früh wach. Gut haben wir geschlafen, hatten wir doch im strömenden Regen noch unsere Bettwäsche gewechselt und endgültig die Bettlaken, wieder gegen normale Bettwäsche mit Inlays gewechselt, da die Nächte doch wieder kühler sind. Nach der Gassirunde den Rest verpackt und unsere Route gestartet. Auf dem Weg noch in einen Waschsalon, hui ging das schnell. Zwei Maschinen inkl. trocknen und zusammenlegen, rund 1,5 Stnden und 15 Euro ärmer, aber froh, wieder alles frisch zu haben. Auf der Route der nächste angepeilte Stopp, ein Hundeplatz. Hier müssen wir auch mal ne Lanze für Zoco brechen. Ja, wir sind in manchen Entscheidungen eingeschränkt, was wir besuchen können oder wann wir was machen, aber gerade diese Suche nach Hundeparks, bringt uns manchmal in Gegenden, die wir sonst nie gesehen hätten. Abgefahren von der Interstate, ein paar Querstraßen (im wahrsten Sinne des Wortes, überall hingen Regenbogen Fahnen an den Häusern, Trump ist hier wohl weniger gewählt worden), entlang und am Hundepark angekommen. Etwas klein und leider keine weiteren Hunde, aber Zoco hat es sich nicht nehmen lassen und ist ordentlich geflitzt. Glücklicher Hund, glücklicher Mensch, denn die kleinen Straßen und der Ort, haben uns echt verzaubert. So idyllisch… kleine hübsche Häuser, saubere und gepflegte Straßen, ach, wo kommen wir denn hier lang? Wirklich nette Gegend. Überhaupt merkt man jetzt richtig, dass wir die Südstaaten verlassen haben und weiter gen Norden kommen. An den Südstaaten haben wir die typischen Häuser geliebt, mit überdachter Verander und Schaukelstuhl davor. Aber die Südstaaten sind auch immer verbunden mit Vierteln, die auf die weniger schönen Dinge in den USA hinweisen. Grundsätzlich, da bin ich mir vielleicht nicht ganz einig mit Thomas, halte ich aber die USA insgesamt, für deutlich sauberer, als Deutschland und das ist eigentlich das bemerkenswerte. Ja, es gibt mehr Häuser, die „verwohnt“ sind, aber guckt man auf den Müll an Straßen oder die viel besser gepflegten Straßenränder an Highways oder Interstates, würde ich mir wünschen, dass unser ehemals als gepflegt geltendes Deutschland, sich eine Scheibe abschneidet. Aber ich schweife ab, insgesamt hatten wir heute rund 280 Kilometer bis zum nächsten Ziel. Bei dem Ziel der Umrundung des Lake Michigan, hatten wir einige Schwierigkeiten im Vorfeld, Stellplätze zu finden, gerade, wenn es Richtung Wochenende geht. Bis Samstag früh, gerade so machbar, danach alles besetzt. Zumindest in den State Parks. Ja, man könnte einfach fahren und wenn man kein Bock mehr hat, findet sich schon was, aber wir wollen unsere Reise auch genießen und Dinge wie Bank, Stuhl und Tisch rausstellen dürfen. Das geht natürlich auf den bekannten Vanlifern Parkplätzen wie Walmart, Crackers Barrel etc. nicht. Deshalb sind ja die State Parks für uns so interessant. Aber, keine Ahnung, ob die hier gerade Ferien haben oder sonst was, die Plätze sind alle voll. Irgendwie hab ich dann unseren jetzigen Platz gefunden und war mehr als skeptisch. Freie Platzwahl?!? direkt am Lake Michigan? Was das wohl ist. Bei der Anfahrt auch darüber nachgedacht und schon befürchtet einem Scam aufgesessen zu sein. Warum sind alle Plätze ringsum überfüllt und hier alles leer? Kann das gut werden? Wir sind angekommen und lassen mal die Bilder sprechen, ob es Nachteile gibt, erfahrt ihr morgen… bis denne und viele Grüße aus dem gefühlten Paradies…
