Bevor der heutige Text kommt, ich hab noch ein Video gestern eingefügt, wo Pat Indianertypisch, mir den Weg zeigt und ich Zivilisationgeschädigt, auf dem Handy die Route nachvollziehen möchte 😇🙈😅 So schön es auch bei Pat war, wir wollten weiter. Der Abschied viel uns allen schwer und sicher hätten wir auch die Zeit, hier ein paar Tage zu bleiben. Allerdings ist es hier auch wirklich intensiv, von den Eindrücken, von den Gesprächen. Ich kann es nicht erklären, aber wir sind erschöpft. Viel Schlaf hatten wir ja nicht, in der letzten Nacht und wir wollen uns ein Plätzchen suchen, wo wir erstmal ankommen und entspannen können. Schließlich stecken auch die vielen Kilometer der letzten Tage noch in unseren Knochen. Bevor wir jedoch uns ein Plätzchen suchen, fahren wir zurück in den Nationalpark und dort zum Visitor Center. Die sind immer gut ausgestattet mit Karten und weiteren Informationen. Kostenlos, aber natürlich gibt es auch immer jede Menge Merchandising Artikel. Einen nehmen wir immer mit, eine Sticker / Aufkleber für unsere Kühlschranktür bzw. unsere Außenboxen. So haben wir immer eine schöne Erinnerung und das Auto wird bunter 😅 Es gibt im Badlands Nationalpark zwei Campingplätze, einer direkt am Visitor Center, der sah uns aber irgendwie unsympathisch aus. Lauter riesen RV‘s und Trailer, dicht an dicht. In einer Gegend, wo man außerhalb des Nationalparks frei stehen kann, wir gut aufgefüllt sind, mit Wasser, Strom und Lebensmitteln, kommt der nicht in Frage, da nicht nötig. Auf der Karte entdecke ich jedoch noch einen weiteren, ganz am Ende, deutlich kleiner und wer zuerst kommt, malt zuerst, also ohne Reservierung. Kannten wir ja schon vom Shenandoah National Park und einigen State Parks. Durch den sandig/schlammigen Aufenthalt bei Pat, waren wir etwas verschlammt, gerade die Füße. Deshalb hatte sich Thomas für heute einen Platz, bestenfalls mit Dusche und vor allem Schlangenfrei gewünscht. So ganz hatte er die letzte Nacht wohl noch nicht verdaut. Deshalb hab ich diesen Platz als Kompromiss vorgeschlagen, zumal wir vorher noch einen kleinen Loop durch die Badlands fahren konnten, rund 50 Kilometer, also nicht so lange fahren und uns dann den Platz mal anschauen können. Der Loop war wunderschön, so beeindruckende Landschaften mit diesen Felsen, einfach der Wahnsinn. Obwohl es Anfang der Woche ist, war er gut gefüllt, müssen die denn gar nicht arbeiten, fragen wir uns dann immer 😅. Ich möchte gar nicht wissen, was hier am Wochenende los ist🙈. Der andere Campingplatz wird wahrscheinlich auch voll sein 😳… aber, nachdem wir durch sind und den Platz erreichen, haben wir Riesen Glück. Wenig gefüllt, einen perfekten Platz für uns gefunden und erstmal abstellen und gucken, wo man sich hier anmeldet und bezahlt, denn wie sonst üblich, gibt es hier keinen Camp Host. Die Registrierung erledigt man an einem kleinen abgedeckten Ständer, schreibt seinen Namen und das Kennzeichen draufund welche Platznummer man gewählt hat. Zusätzlich, ob man nur zum wandern hier ist oder Overnight. Bezahlung? Das forschen wir nach, auf der Internetseite. Hatte ich sie vorher nur im Original in englisch überflogen, ließ ich sie mir nun auf deutsch übersetzen, denn ich fand nur für den anderen die Reservierungsmöglichkeit und der Sage Creek Campground, auf den wir wollten, war ja first-comes, first-serve… und jetzt, auf deutsch übersetzt, hab ich es gefunden, der Platz hier, ist kostenlos. Na, das ist ja mal erfreulich! Da auch die Umgebung wirklich hübsch ist und es wimmelt hier nur so, von den niedlichen Präriehunden. Schlangen sind da schon sehr unwahrscheinlich. Allerdings gibt es hier kein Wasser, „nur“ Dixi Klos und Mülleimer. Aber auch Thomas gefällt es richtig gut und so schlagen wir hier unser Camp auf. Wir sind so erschöpft, dass wir eigentlich nur noch schlafen wollen. Es ist wieder richtig heiß geworden, gute 30 Grad und da es uns so gut hier gefällt, ziehen wir die Markise raus. Lohnt sich, wenn man mal 2-3 Tage stehen bleiben möchte. Vorab checken wir noch die Wetter App. Bei Thomas sieht es gut aus, morgen zwar bedeckt, wenig Sonne, aber zum chillen gut. Kein Wind oder Regen angekündigt. Meine beiden Wetter Apps, finden diesen Standort nicht, somit gucke ich mir den nächsten größeren Ort raus, aber auch dort sind die Wettervorhersagen ähnlich. Zur Sicherheit verankern wir aber die Stangen fest in den Boden (braucht unsere Markise eigentlich nicht, da freitragend), falls das ein oder andere Lüftchen kommt, ziehen wir zusätzlich noch sechs weitere Abspannseile und verankern die auch fest im Boden, sowie an den schweren Picknick Tisch. So ein komplexer Aufbau dauert rund ne Stunde, aber man mochte sein Material ja auch schonen, wir brauchen es schließlich noch eine Weile. Gut, so kann das auch über Nacht bleiben. Dachten wir… Früh schlafen gegangen, bin ich gegen Mitternacht aufgewacht, weil es irgendwie so warm war. Also Maxfann an, unser Außenfenster mit Ventilator und Luft reingelassen. Eine halbe Stunde später, war ich schon wieder wach. Boah, das zieht hier aber, was denn jetzt los? Ein Wind ist aufgezogen. Kurzer Blick nach draußen, oh Mist, dahinten blitzt es schon wieder, hoffentlich bekommen wir nicht wieder so einen Sturm, wie letzte Nacht… Dachte es und schon war es zu spät. Ein fetter Sturm und Blitze überzogen uns, Thomas mittlerweile natürlich auch wach, der Wagen schaukelte dermaßen, dass wir dachten, dass wir gleich abheben. Ein Blick hinten aus dem Fenster zeigte auch eine gewisse Unruhe auf dem Platz. Die meisten zelten hier… Was machen? Noch hielt alles, aber die Kraft des Windes, wenn er so bleibt oder noch mehr aufbaut, wird die Markise nicht standhalten können. Mit Taschenlampen bewaffnet, sitzen wir beide vorne auf den Sitzen und versuchen ruhig zu bleiben und einen Plan, wie wir das Ding reinkriegen. Das ist schon bei Tageslicht ohne Sturm nicht so einfach. Bei diesen Verhältnissen schlicht unmöglich. Wir reden hier über rund 12 Quadratmeter Plane, angebracht in einer Höhe von 3,20 Meter. Das hältst du nicht so einfach. Während wir alle einzelnen Schritte untereinander gedanklich aufteile, wer löst was, wer hält was und wer klettert wo auf die Leiter, macht es einen heftigen Knall! Scheiße! Irgendwas hat sich abgerissen und gelöst. Nun sind die Geräusche im Sprinter noch heftiger. Mit Taschenlampe und rausleuchten, können wir erkennen, das der vordere Teil sich gelöst hat und auf dem Dach auf unseren Solarpanelen liegt und kratzt. Wir sind fix und fertig, ein Schaden (Markise im Arsch) ist da, jetzt gilt es wenigstens die Solarpanele und die beiden Fenster inkl. Maxxfann zu retten. Weitere 10 Minuten gewartet, das Gewitter dreht um uns. Wenn es dichter kommt, können wir schon wegen der vielen Eisenstangen nicht raus. Aber kurzfristig wird der Wind etwas weniger, wir wagen es. Jeder arbeitet seinen Teil ab, Knoten lösen, alles vorher beiseite Geräumt, damit wir im Dunkeln nicht stolpern. Leinen der Markise gelöst an beiden Seiten, während Thomas alle Abspannbänder weiter versucht zu halten, damit es mich nicht von der Leiter beim lösen, reißt. Alles an den Wagen ran, teilweise am Reifen notdürftig befestigt, mehr können wir nicht tun, den Rest muss man abwarten und sich bei Tageslicht angucken. Nach gut zwei Stunden war der Spuk vorbei und irgendwann konnten wir auch wieder einschlafen. Früh am nächsten Morgen besahen wir uns den Schaden. Das abreißen ist tatsächlich ausgelöst worden, weil bei eine Stange die obere Metallöse abgerissen ist. Somit konnte der Vordere Träger nicht mehr standhalten und ist nach oben abgekippt und letztlich auch gebrochen. Diverse Schrauben haben sich überall gelöst und somit ist die ganze Markise auch etwas verzogen. Reparieren? Wir sind nicht ganz sicher, ob es möglich ist. Zumindest Solarpanel und Fenster haben nichts weiter abbekommen. Der Rückbau und das einpacken der Markise hat auf jeden Fall dann über drei Stunden gedauert, wir waren einfach nur noch platt und fix und fertig. Ja, auch das muss man aushalten. Es gibt auch weniger schöne Momente auf Reisen. Trotzdem lassen wir uns dieses schöne Fleckchen Erde nicht vermiesen und verlängern auch noch mindestens ein Tag. Es ist einfach traumhaft hier…. Bis morgen!









