Ich glaube ich reiße mich jetzt mal zusammen und berichte von unserem New Orleans Aufenthalt. Gestern war da ja nichts mehr möglich 😅 Wir hatten nach fünfstündiger Fahrt inkl. einkaufen, Dog Park und tanken, gegen 15.00 Uhr unser Ziel mitten in New Orleans erreicht. Da wir ja ein wenig sehen wollten, haben wir uns einen Stellplatz direkt am French Quarter gegönnt, so dass wir alles fußläufig entdecken können. So planten wir abends einen ersten Spaziergang und essen gehen, wenn Zoco im dunkeln nicht mehr im Sprinter abkochen kann. Der Stellplatz liegt zwar praktisch, hat saubere Toiletten und sonst auch alles was man braucht, inkl. Pool 🥰. Der Empfang war sehr freundlich, zeigte alles und wies schon gleich darauf hin, bei Tageslicht ist alles zu Fuß machbar, sollten wir aber bei Dunkelheit zurück kommen oder losgehen, bitte ein Uber rufen. Die Gegend ist dann nicht sicher. Das spiegelt sich auch am Platz wieder, der ringsherum eine Mauer mit Stacheln hat und ausschließlich mit Code betretbar ist. Außerdem Kamera überwacht und selbst ein Wachmann ist außerhalb der Rezeptionszeiten präsent. Alles klar! Hat aber auch den Vorteil, wir können hier Fenster und Türen zum Lüften, Tag und Nacht aufbehalten. Am zugewiesenen Platz angekommen, fällt uns gleich ein Kastenwagen auf, der direkt neben uns steht. Blick aufs Kennzeichen verrät, ein deutsches Fahrzeug aus Eisenach. Ach, das ist ja lustig. Bisher sind wir ja wenigen begegnet, da unsere Strecke nicht zur populären Panameriakaner Strecke passt, wo man sonst öfter welche trifft. Nachdem wir alles ausgepackt haben uns hingesetzt und das erste Getränk genossen haben, kam das Nachbarpärchen. Lugten um die Ecke und fragten gleich, ob das wirklich stimmt, dass wir aus Wolfenbüttel kommen. Etwas erstaunt, weil nicht jeder das WF Kennzeichen kennt, zumal Wolfenbüttel jetzt auch nicht ne Weltstadt ist, bejahten wir. Das junge Pärchen, freute sich und berichtete, sie kommen aus Braunschweig, bzw. einem Nachbardorf. Ach das gibt es doch gar nicht 😅 Sie hatten die klassische Tour von Kanada bis hierher hinter sich, also quer durch Kanada und dann die Westküste. Das innerhalb von vier Monaten und haben noch knapp einen Monat vor sich. Wir quatschten so lange, bis sich der Hunger meldet und gingen gemeinsam in die Stadt. Dort trennten sich kurzfristig unsere Wege, wir wollten essen, die beiden hatten schon. Unser erster Eindruck von New Orleans, laut quirlig, Ähnlichkeit mit Nashville, wobei ich Nashville definitiv bevorzuge. Klarer in der Struktur, gesitteter, irgendwie konnte man da besser reinkommen. So war auch die Suche nach Essen etwas beschwerlich, sehr dunkel und enge Straßen, extrem belebt ich war völlig überfordert und habe bei der ersten Gelegenheit, wo Restaurant drauf stand, mit Thomas entschieden, rein da. Sie stehen scheinbar extrem auf Halloween, nicht nur geschmückt, auch die Karte war entsprechend formuliert und das was wir bekommen haben, sagen wir mal so, hat satt gemacht… ob nun vor leichtem Ekel oder was weiß ich.. sprechen wir nicht weiter darüber. Danach spürten wir unsere Nachbarn wieder auf und genossen in einem Lokal die Lifemusik. Die waren richtig gut die Jungs. Anschließend noch ein wenig weiter schlendern in die nächste Bar, dort wurden Karaoke Wettbewerbe abgehalten und man muss ja wirklich sagen, die haben es hier wirklich drauf. Das ist Spitze, was die darbieten. Hinter uns ging noch ne Treppe hoch, um auf einen Balkon zu gelangen. Von dort kann man auf die berühmte Bourbon Street blicken. Neben den vielen Musikkneipen, gibt es eine weitere Tradition hier. Männer (und wenige Frauen) sind mit einer Menge bunter Ketten behängt, diese dienen dazu, sie vom besagten Balkon runterzuwerfen. Wann? Wenn die vorbeiziehenden Frauen auf der Straße, ihre Titten zeigen. Meist mit vorher noch aufreizenden Arschtänzen verknüpft. Ein Schauspiel, was mich irgendwie überfordert. Ich kann es nicht beschreiben, alle haben ihren Spaß, die Damen werfen sich dann kreischend auf die geworfene Kette, freuen sich und die Werfer feuern schon die nächsten an. Mag für alle lustig sein und es hängt sicher auch mit meiner leichten Phobie gegenüber Menschenmassen zusammen, dass ich zumindest dieses Schauspiel nicht genießen kann 🤔 Zurück sind wir mit dem Uber gefahren und haben noch lange mit den Nachbarn gequatscht. Die Zeit verging wie im Flug, erst um 3 Uhr sind wir endlich ins Bett gekommen. Sicher auch der Flasche Rotwein geschuldet und eins zwei Biere vom Vorabend, fühlte ich mich heute wie ausgeko.. Trotzdem haben wir uns mittags aufgerafft, nach dem Gang in den Pool, noch einmal in die City und sich das Ganze noch bei Tageslicht angeschaut. Ja, ich bleibe bei meiner Meinung, New Orleans hat bestimmt für viele, sehr nette Ecken, einige Häuser sind wirklich traumhaft schön, aber meine Lieblingsstadt wird es definitiv nicht und zum feiern, würde ich Nashville tausendmal vorziehen. Morgen geht’s weiter und darüber bin ich extrem froh, denn so schön praktisch dieser Platz ist, der Lärm von der direkt anliegenden Autobahn ist mörderisch… Bis morgen! PS: spät am Abend haben wir noch festgestellt, dass wir eine gemeinsame Freundin haben, mit unseren Nachbarn, die Welt ist doch sooo klein 😅
