Als wir gestern angekommen waren, fanden wir unseren ersten freien Stellplatz direkt am Meer ja so traumhaft, dass ich zumindest den Tag dort noch verbringen wollte. Wir hatten den heutigen schon gebucht, der Weg nicht weit, somit hätten wir uns Zeit lassen können. Abends Lagerfeuer, ach was kann es schöneres geben. Allerdings sind wir noch im Sumpfgebiet, also vorne Meer, hinter uns Flüsse und sumpfige Wiesen. Was lässt da nicht lange auf sich warten? Richtig, Moskitos. Durch die lange Fahrt war ich eh müde und bevor ich aufgefressen werde, geh ich halt früh ins Bett. Unser Insektenschutz war auch schon fast leer… Nachts eine ganz neue Erfahrung, wir schlafen ja nur mit Bettdecke ohne Inlets, seit Wochen. Die Türen sind weit auf, dank Moskitonetze auch hier möglich und am Strand weht ein laues Lüftchen. Ab 2 Uhr wurde es regelrecht frisch, am Rande, dass man friert. Eine richtige Bettdecke hätte ich zumindest nicht verschmäht. Bis halb 5 noch liegen geblieben und dann aufgestanden, mit meinem Käffchen rausgesetzt, nach kurzer Zeit wieder eingesprüht, hat aber nix geholfen. Also rein und den Sonnenaufgang auf dem Fahrersitz abgewartet. Um viertel nach sieben war es soweit, dass ein glutroter Streifen sich am Himmel bildet. Schön, aber was ist das? Genau so, wie es immer heller wurde, wurde meine Scheibe dunkler. Moskitos… Hunderte, Tausende und noch mehr. Seht einfach selbst auf den Bildern. Wenn die Sonne scheint, werden die schon abhauen, so dachte ich. Ab 8.15 wurde Zoco unruhig. Also raus mit ihm, die lange Leine hängt noch draußen, als ich mich umdrehe, um sie zu holen, sah ich das Desaster. Die gesamte Seite schwarz von Moskitos, die Leine, meine Schuhe, das Sofa, alles. Wenn man nur in die Nähe kam, schwärmte sofort ein Schwarm um einen herum, widerlich!!!! Zoco nahm reißaus und sprintet Richtung Fluss. Na gut, dann hat er halt Bewegung. Thomas will schlaftrunkend hinterher, was ein Blödsinn, bei der Geschwindigkeit zählt nur noch das Vertrauen darauf, dass er wieder kommt. Kam er auch nach 15 Minuten. Blieb nur noch die Frage, was machen wir jetzt? Ich hab drin alles fahrfertig gemacht und Thomas ist heldenhaft raus, mit Handtuch und Spray bewaffnet und hat alles versucht wegzuwedeln, von den Möbeln, Leine und Schuhen und ich hab es dann drin vorerst verstaut. Hinten, wo die Sachen eigentlich hin kommen, wollten wir das Netz nicht aufmachen, sonst wären statt hundert, wahrscheinlich Tausende reingekommen. Um 9 Uhr waren wir abfahrbereit und sind losgedüst. Ab in die nächste Waschanlage. Das hat zumindest die Masse verdrängt. Von dort ging es für uns das erste Mal auf die Fähre und unseren neuen Stellplatz haben wir früher erreicht, als eigentlich geplant. Drückt uns die Daumen, dass wir hier keinen Angriff mehr haben. Hier stehen wir zwar nicht direkt am Meer, aber der State Park grenzt daran. Mücken haben wir noch einige im Auto, haben jetzt aber alles aufgerissen und hoffen, dass das laue Lüftchen hier, die restlichen Biester rausbläst… Ich berichte morgen!
