Schon mal was von Amish People gehört? Bestimmt, wenn nicht, bitte googeln, das wäre jetzt wirklich zu weitläufig, einen Überblick zu verschaffen. Ich hatte eben diesen Überblick bzw. einige Vorkenntnisse, durch Filme und auch zwei Bücher „Der Himmel über Amerika“ (eigentlich 3 Bücher) und eine weitere Biografie, hier fällt mir leider der Name nicht mehr ein, gelesen. Und alles um das Thema, hat mich sehr fasziniert. Deshalb war auch schnell klar, wenn wir in die Richtung fahren, da will ich hin. Problem war nur, als ich gestern Abend mich um Adressen bemühte, kam mir alles so touristisch, so falsch vor. Ok, jetzt kann man meinen Gedanken nur folgen, wenn man im Thema ist. Aber da müsst ihr jetzt durch. Jedenfalls hatte ich gar kein Bock, mich in irgendeinen Bus zu setzen, mich durch verschiedene Siedlungen kutschieren lassen, die Amish wie Affen im Zoo zu begutachten und Teile der Geschichte hören… ne Also weiter recherchiert und was gefunden, was irgendwie auch irre klang, die Bewertungen aber alle Spitze waren und auch nicht so groß erschien. Außerdem schön unprofessionell „beworben“ wurde. Anmeldung, Fehlanzeige, war nicht vorgesehen, also hingefahren. Angekommen, Tür verrammelt, schade… als wir noch überlegen, was nun, kam ein netter Herr, nein kein Amish, hinter dem Haus hervor. Fragte was wir wollen und rief seine Frau an. Gab mir das Handy weiter und da waren sie wieder, meine 1000 Probleme 🙈. Ja, mein englisch ist immer noch ausbaufähig, wir standen an ner Straße, wo Trucks und weiteres vorbei fuhren. Handy auf laut gestellt und nur die Hälfte verstanden. Letztlich gab „Kathi“ auf. Sie und ich wusste, ok, wir sind für 12.30 Uhr verabredet. Eigentlich sollten wir irgendwo hinkommen. Das hab ich aber nicht verstanden, also kam sie einfach dorthin, wo wir schon sehen. Perfekt! Die Zwischenzeit haben wir noch mit nem kurzen Einkauf überbrückt und dann wieder zurück. Wie Kathi unsere Reiseführerin aussieht, wussten wir ja noch nicht. In der Einfahrt stand ein Auto, wir also dahin, Fenster geht runter und zwei Frauen strahlen uns an und meinen, „what a great Car“! Thanks! Gleichzeitig beide Frauen und ich: „Are you Kathi?“ oh.. ne.. ok, es stellt sich heraus, die möchten auch die Tour machen. Jetzt gingen die hinteren Fenster runter und weitere vier Menschen glotzen mich an, hei das ist doch nur ein großer PKW, wieviel Menschen lassen darein 🙈. Na gut, erstmal wurden wir mit Fragen bombardiert, bezüglich Sprinter und was wir machen und vorhaben usw. AMAZING war wohl das meist gesprochene Wort. Irgendwann kam dann wirklich Kathi und nun konnte die besondere Tour losgehen. Was wir schon vorher wussten, wir fahren mit unseren eigenem Auto und Kathi fährt vor. Was uns etwas Kopfschmerzen bereitete, sie meinte, wir verständigen uns über „Radio“ ?!? Welches Radio, unseres ist abgeflammt, zum Glück nur das… aber alles wohl ein (wieder sprachliches?) Missverständnis. Es gab Walkie Talkies. Perfekt! Los ging es die vielen Straßen durch Lancaster County und Kathi erzählte viel über die Amish People Geschichte. Trotz der Amerikaner im anderen Auto, sprach sie recht deutlich und nicht ganz so schnell. Wir konnten also relativ viel verstehen. Es ging durch verschiedene „Gemeinden/Familien“ denn Amish ist nicht gleich Amish. Sie selbst stammt von einer Mennoniten Familie und hat sich losgelöst. Was aber auch gleichzeitig bedeutet, dass sie einige Höfe doch deutlich schneller passiert und bei einem Hof anhalten kann und uns Dinge vor Ort zeigt. Ein netter Deal mit der Familie, denn natürlich wird die selbstgemachte Marmelade und anderes eingelegtes angepriesen, was man auch kaufen kann. Hei Leute, das hab ich gern gemacht, wir haben sogar ganz gut „zugeschlagen“. Nicht nur der Preis ist mehr als fair, selbstgemachte Marmelade, schon ein Highlight und ein weiteres, hier wird seit Generationen, kein Dünger verwendet, alles mit der Hand gemacht und das riecht und sieht man sogar, wenn man draußen auf den Feldern ist. Ok, weiter ging’s, letztlich fuhren wir zwei Stunden umher. Einen weiteren Hof sind wir noch angefahren, deren „Spezialität“ sind Quilts. Unglaublich schöne Stücke, jedes davon hat rund 700 Stunden Handarbeit gekostet. Ja, sie werden auch verkauft und ich habe mich auch in eins verliebt, aber unser Platz ist schon sehr begrenzt. Was meint ihr, was so ein Stück kostet? Schreibt es mal in die Kommentare. Ich löse es gerne später auf. Wenn ich schon keinen Quilt mitnehmen kann, ein Glas Honig, ein cremiger (gibt’s hier sonst nicht), ohne Zusätze oder „Verfeinerungen“, einfach natürlich, ich freue mich 🥰 Jedenfalls waren wir sehr glücklich und zufrieden mit der Tour, rund 50 Dollar pro Fahrzeug fand ich auch fair. Wenn die heutigen Fotos nicht so toll sind, liegt das einfach daran, dass Amish People nicht gern fotografiert werden möchten, das respektieren wir und haben nur etwas versteckte Bilder gemacht. Übrigens ein Highlight, danach sind wir noch in Amish geführtes Restaurant gegangen. Das Essen war ok, die Bedienung soooo lieb und auch an unserer Reise interessiert. Wir hatten ihr gesagt, dass wir aus Deutschland kommen und d SD is hat sofort versucht, ein paar Brocken zu erzählen. Lesen kann sie wohl sehr gut deutsch, wird zumindest in den ersten Klassen unterrichtet, ansonsten hört sie es manchmal Sonntags in der Kirche, je nachdem, wer predigt. Aber sprechen kann sie es nicht, so erzählt sie. Und erstaunlicherweise stimmt das, da hätte ich andres erwartet. Wobei eigentlich ein Pennsylvania Dutsh gesprochen wird, eine Mischung aus amerikanisch, deutsch und niederländisch 🙈 schwierig… Gut, bis dahin, morgen schon das nächste Highlight, ey Leute, das war’s dann aber, ich brauche Ruhe und das Wetter ist schon viel besser, bis morgen 🤗



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