Nachdem der Kühlschrank (immer noch) läuft, konnten wir den heutigen Tag mal etwas entspannter angehen. Es gab endlich wieder Sekt 🤗 Und wegen der entgangenen Tage, haben wir auch flux, um einen Tag verlängert. Bin mir nicht sicher, ob der Wind anders steht, wobei wir den so gar nicht spüren oder der Independent Day ein Flugverbot nach sich zieht, aber irgendwie liegen wir nicht mehr in der Einflugschneise. Nun könnte man meinen, was eine wohltuende Stille, aber weit gefehlt. Erst an American Birthday (Independent Day), aber auch heute, wird geknallt und geballert, was der Geldbeutel hergibt und das scheint nicht wenig zu sein 🫣. Überhaupt ist so ein Campingplatz ein Ort, wo man Kulturen wirklich erleben kann und genau hier liegt, meiner Meinung nach, das derzeitige Problem, zumindest wenn man den Medien vertraut, der Disharmonie zwischen Deutschland und Amerika. Amerika ist anders, unbestritten, aber westlich, deshalb meinen viele deutsche, auch die Kultur der Amerikaner müsste ähnlich sein, wie die unsere. Genau hier liegt der Knackpunkt! Ich müsste sehr lange suchen, um eine Gemeinsamkeit zu finden. Die Kleidung, ja, da nehmen wir uns nicht viel, aber sonst? Nach drei Monaten reisen durch 19 Bundesstaaten, erlaube ich mir mal eine kleine Einschätzung. Hier gilt, wenn du aus welchem Grund auch immer, dein Auto verlierst und keine Chance auf ein neues hast, dann bist du, zumindest für diese Zeit, weg vom Fenster. Dann kannst du einpacken. Dann bist du arm. Es ist nicht das Haus oder die Wohnung, selbst ein Trailer, ist für viele Amerikaner, eine völlig normale Art des Lebens. Auch in Autos wird gelebt, aber durchaus, am Leben teilgenommen. Einkaufen geht, arbeiten, Freunde treffen und und und… ganze Familien mit Kindern und Hunden. Alles möglich. Ja, diese Leute gehören definitiv nicht zur Elite, fallen aber auch noch nicht gänzlich aus dem sozialen Leben. Das tut man erst, wenn man kein Auto mehr hat. Dann wird es wirklich hart. Und erst dann ist man „homeless“, das schlimmste, was dir, egal in welchem Bundesstaat passieren kann. Du musst vor Supermärkten campieren, bzw. mindestens stadtnah. Sonst gibt’s nichts zu essen oder zu trinken, denn du hast gar keine Chance, dorthin zu kommen. Amerikas viel gepriesene Weite, lässt dich dann verrecken. Für mich persönlich, geht es ja bei dieser Reise auch darum, Länder zu bereisen und zu entdecken, aber eventuell auch einen Ort zu finden, wo man zukünftig leben möchte. Die USA waren schon lange mein Traum. Jahrelang habe ich an der Greencardlotterie teilgenommen, immer ohne Erfolg und war dann ganz traurig. Deshalb war ich auch unter anderen Voraussetzungen in diesem Land auf Reisen bisher, da es eh aussichtslos erscheint, ein dauerhaftes Visum zu bekommen. Trotzdem guckt man sich alles genau an und stellt sich vor, hier zu leben. Erstaunlicherweise hat sich auf dieser Reise mein Wunsch verändert. Noch habe ich keinen Bundesstaat gesehen, wo ich mir ein Leben vorstellen kann. So schön das hier alles ist und ich genieße wirklich in vollen Zügen, aber die amerikanische Kultur, würde mir irgendwann auf die Füße fallen oder ich müsste über sehr, sehr viel Geld verfügen, dann wiederum, hätte ich tausend Ideen… (wir sprechen hier nicht‼️über Peanuts‼️ von 1-2 Millionen, mehr, viel mehr‼️) Aber es ist und bleibt wirklich, eine komplett andere Kultur! Sie lieben ihre Freiheit und lassen sich trotzdem massiv einschränken. Entweder durch die Kirche, ihr glaubt gar nicht, wieviele Amerikaner mit „ihrer“Kirche verbunden sind. Oder durch das Finanzwesen. Ohne Kredit, geht doch gar nicht. Völlig unseriös! Mehr und noch mehr muss es sein. Wer hier 80.000 Dollar verdient, ist Durchschnittsverdiener. Pickups, Trailer, Boot und ganz wichtig Golf Car oder ähnliches, normale Menschen. Wenn das Zelt rausgeholt wird, kommt eine Ausrüstung zum Vorschein, da schlackern einem die Ohren. Angler haben nicht eine Angel, 10 sind mindestens dabei usw. Go big or Go Home… das Lebensmotto. Nein, das ist nicht (mehr) meins, weil Besitz bei uns etwas ist, was auch entsprechend gepflegt und gehegt wird. Nicht bei den Amerikanern. Ach kaputt, weg damit, neu, noch größer, noch geiler… eben eine andere Kultur. Das muss man erst verstehen und auch respektieren, ich bin hier Gast, in diesem Land in dieser Kultur! Ich habe nicht das Recht, Dinge zu verurteilen oder verändern zu wollen. Genauso, wie wir es von unseren Gästen zu Hause auch nicht wollen… in dem Sinne Bis morgen!
