Morgens gefrühstückt und dann los zur Mercedes Werkstatt in Bonita Springs. Tja, was soll ich sagen, Werkstatt ist wohl untertrieben. Reingekommen in einen riesigen Gebäudekomplex, sehr höflich vom Anzugsträger empfangen und direkt zum „Manager“ weitergeleitet worden. Dem haben wir unser Anliegen (teilweise) geschildert. Zu mehr kamen wir nicht, er begleitet uns zuerst in den Servicebereich, dort sollten wir Kaffee trinken oder was essen und einen Moment warten, selbstverständlich ist das alles immer „for free“. Als wir dort saßen, konnten wir durch große Glasfronten die Werkstatt bestaunen. Nicht nur alles extrem clean, auch dort sind viele Mitarbeiter in weißen Hemden unterwegs oder in schwarzen, perfekt gestylten und Maßgeschneiderten Arbeitsanzügen. Die Werkzeuge hängen griffbereit unter der Decke, alles in allem ein Arbeitsplatz, der Spaß machen muss und so gar keine Ähnlichkeiten mit einer Werkstatt. Also, ja, wir kennen auch in Deutschland den Unterschied zwischen Mercedes Werkstatt und Schrauber um die Ecke, aber das ist hier ne andere Nummer. Ok, egal was hier passiert, das wird teuerer, als wir bisher in den USA bezahlt haben, aber wir versuchen cool zu bleiben. Kurz danach kam der Manager mit dem nächsten Anzugsträger, der unseren Auftrag annehmen soll. Hier entstand nun das erste Problem. Die Fahrgestellnummer in den USA heißt das Vin Nummer, ist nicht kompatibel. Heißt, sie bekommen uns als Kunden nicht ins System. Gut, wenn das nicht klappt, bekommen wir zwar kein Service, aber gehen nach Hause, ohne Geld ausgegeben zu haben. Falsch gedacht, das Serviceorientierte Amerika findet einen Weg. Mittlerweile treffen sich vier Anzugträger, siehe Video, um zu beratschlagen was zu tun ist, der Generalmanager mischt sich auch ein und gibt klare Anweisung. Unser Servicemeister kommt zurück und wir können ihm mitteilen, was wir wollen: Reifen rotieren, auswuchten, Bremsbelege kontrollieren, nötigenfalls wechseln, Ölwechsel inkl. Filter und Kraftstofffilter wechseln und einen kleinen Checkup, ob irgendwas auffälliges ist, was die nächsten 10.000 Kilometer uns beeinflussen könnte. Alles klar. Am Nachmittag soll er fertig werden, außer es ist noch was, dann würde er anrufen und weiteres vorgehen besprechen. Ja und natürlich haben sie was gefunden, ich meine, der Sprinter ist 14 Jahre alt, da ist nichts perfekt. Irgendein Geräusch vorne rechts, wahrscheinlich Radlager und ein Tropfen Öl kommt aus dem Differenzial. Kostenvoranschlag dauert, so oder so, das Auto ist noch nicht fertig, auch unsere Aufträge noch nicht. Morgen vormittag wollen sie sich wieder melden. Tja und so sitzen wir hier und warten… nochmals nachgefragt, aber der Mann der Kosten zusammen rechnet, kommt erst in 30-60 Minuten… Noch nehmen wir es sportlich, aber wir haben halt auch keine sauberen Klamotten mehr, wir brauchen definitiv unser Auto 🙈… Fortsetzung folgt…
