Heute wollten wir die Aliens treffen und dem vermeintlichen Hype um Roswell erkunden. Von unserem Campground sind es knapp 2,5 Kilometer zur Mainstreet, wo die Hauptattraktionen ihren Platz haben. Auf dem Weg dorthin, kamen wir am Cowboy Café vorbei und kehrten für ein deftiges, typisch amerikanisches Frühstück ein. Sandwich, Burger und Omlett, stehen auf der Karte. Kaffee, einmal Zahlen, nachschenken bis zum abwinken. Locker flockige Sprüche der Bedienung und die Liebe zum Detail in der Dekoration, versprühen hier einen ganz besonderen Charme. Danach ging’s weiter, immerhin auf einem der seltenen Fußwege in den USA. Ja, bis heute geht man nicht viel zu Fuß in Amerika und irgendwie ist das auch verständlich, bei dem Straßenlärm. Hinzu kommt auch gerade hier, die unglaubliche Trostlosigkeit. Leerstehnde Geschäfte und brachliegende Industrie, reiht sich hier nebeneinander. Eine Stadt verkommt und versucht verzweifelt mit der UFO und Alien Geschichte, wenigstens eine kleine Einnahmequelle von Touristen, aufrecht zu erhalten. Jedes Geschäft, auch unser Cowboy Café, beinhaltet irgendwelche Alien Fantasien. Angekommen an der Mainstreet, schwenken wir nach rechts und steuern das UFO Museum an. Machen ein paar Bilder außerhalb und entscheiden uns gegen einen Besuch im Innern. Vielleicht ein Fehler, denn wirklich viel mehr kommt nicht. Das hiesige Visitor Center, hat natürlich auch nur das Alien Thema. Wir werden sehr freundlich empfangen, es werden kostenlose Bilder mit Alienbrille gemacht. Wir kaufen die üblichen Sticker und bekommen dazu einen Lutscher geschenkt. Alles unfassbar bemüht und man geht raus, mit nem leicht mitleidigen Bauchgefühl. Es wird gekämpft, dass diese Stadt nicht gänzlich zur Geisterstadt verkommt, aber entweder fehlt es massiv an Geld oder auch Ideen. Auf dem Rückweg überfällt uns ein „Brainstorming“, mit lauter Ideen, was man nicht alles machen könnte, um Touristen noch mehr anzulocken und Roswell attraktiver zu gestalten. Es wäre easy, greifbar und nicht teuer, beurteilen können wir es jedoch nicht, warum es nicht passiert. Denn eines ist auch klar, die Campingplätze sind voll, meist von durchfahrenden. Man muss hier durch, um in den Süden zu kommen. Vielleicht verlässt man sich darauf oder die Bewohner hier benötigen eine gewisse Lethargie, um in dieser Einöde (wir erinnern uns, hunderte Kilometer Prärie liegen hinter und vor uns), überleben zu können. Also, muss ich Roswell beurteilen, würde ich eine 6/10 geben. Uns hat’s Spaß gemacht, was man vielleicht auch an den Bildern erkennen kann, aber eben nicht umgehauen. Nach der kalten Nacht mit 4 Grad, zieht es uns heute weiter und ich fürchte, zumindest die Nächte, werden noch kälter 😅 Bis morgen!

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