So ein schöner Tag… Kennt ihr das, zuerst ist man ganz euphorisch und irgendwann wird man etwas trübe, ja regelrecht entnervt. Darf uns doch zur Zeit gar nicht passieren, wir leben einen (unseren) Traum… aber trotzdem war es gestern irgendwie soweit. Obwohl der Stellplatz abends eigentlich ganz nett war, aber trotzdem irgendwie komisch. Alles hat tagsüber gut geklappt, allerdings wenig von der Route 66 gesehen, da meist Interstate. Ja, wussten wir vorher, aber St. Louis und der Arch, den hätten wir schon gern gesehen, war aber so, einfach nicht möglich. Ich denke aber auch, das Wetter macht was mit einem. Gestern hatten wir durchgehend Regen. Eigentlich nicht schlimm, wenn es nicht über Tage geht, kann es auch ganz gemütlich sein, aber wenn man den ganzen Tag unterwegs ist, irgendwann mit dem Hund raus muss, wird auch der schönste Stellplatz irgendwie gruselig. Zumal am gestrigen Stellplatz überhaupt keine Vans oder RV‘s waren, sondern ausschließlich Zelte und die meist verlassen. Kein Auto, einige Zelte mit Schildern versehen, dass sie entweder zahlen sollen oder verschwinden. Komische Gegend. Heute morgen sah es schon freundlicher aus. Die Sonne schien, der Park Host kam, wir konnten bei ihm bezahlen, war gestern leider nicht möglich, da wir zu spät kamen und das Office schon zu war. Wir haben erstmal ausgiebig gefrühstückt und unseren heutigen Tag geplant. Zu weit wollten wir nicht fahren, rund 130 Kilometer bis nach Springfield/ Illinois. Auf dem Weg haben wir uns ein paar Route 66 Highlights rausgesucht und entsprechend ging es zwar wieder auf die Interstate, aber auch immer mal wieder runter auf kleine Landstraßen. Seit Kansas ist die ursprüngliche Route 66 halt eigentlich ersetzt durch die Interstate 44 und 55, daneben gibt es kleine Landstraßen, die vermeintlich die „historische Route66“ sein soll. Oder eben kleine Einode verbaut worden. Wir haben wirklich wieder einen absoluten Treffer gelandet. „Pink Elephant“ war unser erstes Ziel. Ursprünglich eine Schule, die dann irgendwann leer stand und ein Investor sich dachte, ok, ich mach hier einen Flea Market (Flohmarkt). Außen rum lauter irre Figuren und Sammlungen, coole Fotomotive. Drinnen angekommen, erschlug uns fast die Vielfalt, was es alles hier gab. Natürlich mussten auch wir hier ein kleines Andenken mitnehmen. An der Kasse, drei ältere Damen, jedes einzelne Stück wurde sorgfältig, Punkt für Punkt, auf einem altertümlichen Kassenzettel notiert und liebevoll verpackt. Natürlich bin ich mit meinem Englisch wieder aufgeflogen und wurde gefragt, woher wir kommen. Manchmal ganz gut, denn jetzt meinte sie, ach, meine Kollegin da drüben, kommt auch aus Deutschland. Eva, was eine Geschichte, aus Hannover stammt sie, kam vor 55 Jahren mit ihrem Bruder in die Staaten, er ging zum Militär und sie ist mit 16 Jahren ihm gefolgt. So herzlich und so süß unser anschließendes Gespräch. Unseren Sprinter wollte sie unbedingt sehen. Wieder zurück nach Deutschland? „Nein, was soll ich da, hier kann ich auf meine Terrasse, im Bademantel, hab meine Esel und Pferde, es wächst hier vielleicht das Gras nicht so grün, aber schön ist es.“ Ach herrlich, darum sind wir hier, um genau diese verschiedenen Generationen und Meinungen zu hören und zu versuchen zu verstehen. Wir hatten danach noch zwei weitere Stopps, eines war leider geschlossen, der nächste auch mit netten Figuren außen, war aber eigentlich ein Grill und Hunger hatten wir noch nicht, also weiter, zum heutigen Stellplatz. Angekommen, ja, nicht ganz so schön, aber irgendwie auch ok. Das Büro war als geöffnet markiert, aber niemand da. Hm.. kurz gewartet, umgesehen und uns für einen Platz entschieden. Für das was hier geboten wird, schon im Verhältnis etwas teurer, aber seit dem Memorial Day, ist halt auch Saison. Sollte für uns 35 Dollar kosten (5 Dollar Ersparnis, weil über 60, Danke Thomas) und für eine Nacht absolut in Ordnung. Da wir keinen Strom brauchen und in bar bezahlen, kostet es jetzt nur noch 25 Dollar und das ist absolut fair! Eingeparkt, aufgebaut und ich bin nochmal zurück zum Office. Jetzt war jemand da, zuerst leicht desinteressiert, aber dann hab ich mein „blaues“ Wunder erlebt… Wieso? Das ist eine längere Geschichte und die erzähle ich euch morgen. Vielleicht schon so viel, wir bleiben und wenn die Nacht nicht ganz blöd verläuft, auch länger als geplant 😇🤗


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