Traumstellplatz angekommen in den Südstaaten und glücklich? Nach unserem gestrigen, wirklich langen Fahrtag, mussten wir uns erstmal genau diese Frage stellen. Wir sind wieder in einem State Park gelandet, im Lake Bruin State Park und die Fahrt hierher, war aussergewöhnlich. Insgesamt 410 Kilometer standen auf dem Tacho, geplant war, nach dem Müsli am Morgen, essen wir gerne gerade an Fahrtagen, nen kleinen Snack zwischendurch. Passend, wenn wir einkaufen gehen, da gibt’s immer was zu snacken, dann kurz vor dem Ziel was größeres, aber auswärts. Keiner hat von uns beiden Bock, nachdem wir 6-7 Stunden im Sprinter gesessen sind, noch zu kochen. Ja, so lange muss man mindestens für 400 Kilometer einplanen. Wir versuchen keine Interstate zu fahren, um etwas von Land und Leuten zu sehen, müssen Pausen für Zoco machen, obwohl sich Gassirunden wirklich schwierig gestalten. Siehe Video. Außerdem fahren wir max. 100 und die Straßen geben meist weniger her. Also gut, die ersten 200 Kilometer, hatte ich wirklich bedenken, gleich einzuschlafen. Es geht geradeaus und zwar nur geradeaus. Rechts und links sind Felder, vor allem Mais und Häuser sind rar gesät. Selten sowas tristes und eintöniges gesehen. Also Podcast an, später Musik. Wir haben zwar kein Radio mehr, aber dank IPhone, die mit den IPods Mini gekoppelt sind, klappt das ganz gut, Dank Starlink auf dem Dach 🥰. Endlich ne Kreuzung, mit Häusern und Geschäften, auch ein Walmart ist dabei, also einkaufen. Noch schnell mit der Heimat telefoniert und weiter ging’s. Auf der Fahrt, las mir Thomas noch ein paar Fakten über Memphis vor. Letztlich muss man sagen, alle, mit denen wir gesprochen oder zu tun hatten, waren sehr freundlich. Manche einfach etwas stoisch. Man sieht einfach jedem an, das das Leben, nicht wirklich gut zu ihnen war. Wahrscheinlich wenig Bildung, bitterarm und aussichtslos. Genau diesen Vibe, spiegelt Memphis wieder. Es brodelt und wenn in den USA Unruhen entstehen, werden sie hier entstehen. Die Kriminalität, ist extrem hoch, aber irgendwie kann man es verstehen. Das Lebensmotto dürfte sein, friss oder stirb.. Dieser Vibe zog sich auch auf unsere Strecke. Verlassene oder verkommenden Häuser, wenn denn welche da waren. Der Walmart auch etwas verkommen, die Straßen wurde kleiner, jetzt kamen mehr Häuser, auf den letzten 200 Kilometern, aber der Zustand wurde definitiv nicht besser. Es lebten scheinbar ausschließlich Schwarze hier und wenn es auch heute keine „Sklaven“ mehr gibt, so sieht und spürt man, dass sich für diese Bevölkerung, nicht wirklich was zum besseren gewendet hat. So kamen wir unserem Ziel immer näher und wir wollten ja noch was essen gehen. Thomas suchte schon verzweifelt auf der Karte nach Restaurants, aber da war einfach nix, außer sehr kleine Kaschemmen, kurz vor dem Ziel, wenig einladend, aber vielleicht authentisch, wie ich dachte. Komm wir sind mutig und suchen uns davon was aus und fahren da hin. Alles klar, Navi angepasst und los ging’s und endete in einer wilden Offroadfahrt, wo ich mich fast festgefahren hätte 🤭. Gas geben, Allrad rein, Augen zu und durch. Tja, dann kochen wir halt selbst, dank Überschwemmungen und dem dadurch glitschigen und pfützenreichen Boden, hatten wir dann doch kein Bock mehr. Noch 10 Kilometer, also los. Auf einmal, als hätte jemand mittels Scheibenwischer, draußen eine andere Welt geschaffen, fuhren wir eine kleine Straße lang, alles top gepflegt, kleine süße Häuschen, oft im Südstaaten Stil, reihten sich aneinander. Ach wo sind wir denn hier gelandet. Das ging die gesamte Strecke, bis zu unserem Ziel. Eine völlig andere Welt, nach 400 Kilometern. Wir hatten nämlich schon die schlimmsten Befürchtungen, was uns wohl in der Gegend erwartet. Kommen an und sind im Paradies. Ein See vor uns, ein paar Stellplätze drumherum, wenig belegt, den Platz konnten wir uns aussuchen und wechselten ihn dann später. Wie lange wollt ihr bleiben, erstmal eine Nacht unsere zuvor abgesprochene Antwort. Am Platz selbst, waren wir begeistert, aber dann folgte der Angriff!!! Moskitos!!! Ach du sch… den Rest erzähl ich euch morgen, muss jetzt mal Abendessen machen, ihr erkennt also, wir sind geblieben, weil es ein Traumstellplatz ist 🥰 Bis morgen!



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